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Man kommt in den letzten Wochen und Monaten kaum umhin, mindestens in jeder 2. Nachrichtenmeldung die Worte ‘Bankenkrise’, ‘Rettungspakete’, ‘Panikverkäufe’ und ‘Kurseinbrüche an allen Börsen’ zu hören und in besorgte Gesichter von Politikern und Wirtschaftsexperten zu schauen. Unsere Kanzlerin versichert in einer hektisch angesetzten Pressekonferenz neben einem ziemlich bedröppelt aussehenden Finanzminister Steinbrück, dass sich die deutschen Sparer nicht um ihr Geld sorgen brauchen, der Staat werde ein Paket schnüren, um den schlimmsten Auswirkungen der amerikanischen Finanzkrise hier bei uns Herr zu werden. Das ‘Gesetz zur Stabilisierung des Finanzmarktes’ wurde in weniger als einer Woche unter Dach und Fach gebracht und heute auch von Bundespräsident Köhler im letzten Schritt unterzeichnet. 500 Milliarden Euro.
Das seltsame ist, man weiß eigentlich gar nicht so recht, was das alles zu bedeuten hat, wovon da geredet wird und vor allem, was diese eilig eingeleiteten Maßnahmen bringen sollen, denn bisher hat sich noch kein Finanzunternehmen dazu geäußert, ob sie diese Hilfe überhaupt annehmen wollen. Ich glaube kaum, dass die Herren Bänker stillhalten, wenn sich der Staat mit Steuergeldern bei Ihnen einkauft unter der Auflage, zukünftig kontrollierend und regulierend beteiligt zu sein und den Banken bei Ihren Geschäften und Spekulationen auf die Finger zu schauen.
Außerdem (und das wäre wohl der Hauptgrund für eine Ablehnung) soll das Gehalt der Banken-Manager auf 500.000 Euro reduziert werden. Es brennt an allen Ecken und Enden und alle laufen herum wie aufgescheuchte Hühner, ohne wirklich eine Lösung zu haben. Beängstigend irgendwie.
Und wenn Herr Ackermann von der Deutschen Bank aus gegebenen Anlaß freiwillig auf seinen Bonus (von wer-weiss-wie-vielen Millionen Euro) verzichten will, dann ist das schon sehr verwunderlich. Auch wenn es an sich eine Frechheit und eine peinliche Geste ist, sowas überhaupt von sich zu geben, während hunderttausende Kleinanleger und Sparer um Ihr Geld bangen.
Ich muss zugeben, dass ich mich bisher nicht intensiv mit dieser Sache auseinandergesetzt habe. Aus dem einfachen Grund, weil ich weder in Wertpapiere investiere noch den Nerv habe, mich täglich mit den neuen Hiobsbotschaften von den Börsen zu befassen. Aber die Artikel im letzten Spiegel zum Thema ‘Wer stoppt den freien Fall des freien Marktes’ haben mir doch leichte kalte Schauer über den Rücken gejagt, in denen frappierende Parallelen zwischen der aktuellen Situation und dem Auslöser und dem Beginn der Weltwirtschaftskrise von 1929 gezogen wurden.
Wer jetzt immer noch der Meinung ist, dass es sich nur um ein vorübergehendes Problem handelt und die Situation nicht auch hochgradig gefährlich ist für die reale Wirtschaft, dem setze ich mal folgendes Video entgegen, in dem der Börsenexperte Dirk Müller (alias Mr. Dax) in drastischen aber klaren Worten erläutert, was eigentlich gerade passiert – ‘…ein Schlachtfest rund um den Globus und der Zusammenbruch unseres Wirtschafts- und Finanzsystems…und mit 70%iger Wahrscheinlich fliegt uns der ganze Laden um die Ohren’.
Der Mann kennt sich wirklich aus in der Branche und wenn so jemand ein so schwarzes Bild zeichnet und auch noch die Einschätzung wagt, dass nur mit 30%iger Wahrscheinlichkeit das System überhaupt zu retten sein wird, dann kann man wirklich Angst kriegen. Sein Abschlußsatz ‘..und das Ende mit Schrecken ist noch lange nicht abzusehen’ läßt nichts Gutes erwarten.
Das eigentliche Ziel des heute auf den Weg gebrachten Gesetzes, nämlich das Vertrauen beim Bürger in die Wirtschaft und die Finanzwelt wiederherzustellen, erreicht bei mir nicht so wirklich, was es sollte.
Also ich bekomme langsam aber sicher ein ganz, ganz mieses Gefühl.
Dieser Artikel wurde am Freitag, den 17. Oktober 2008 um 23:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter News abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesem Artikel durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.