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Coffeebean Journal

 

Rekordversuch gestartet oder Denglisch für Fortgeschrittene

Der neue Feuerfuchs 3. Ich hab ihn schon. Der Rekordversuch bezieht sich wahrscheinlich nicht auf die Anzahl der heruntergeladenen Installationen des neuen Internetseitenanzeigeprogramms in den nächsten 24 Stunden, sondern auf den schnellsten Ausfall eines Dienstleistungsrechners in der Geschichte des Internet.

Nachdem ich die elektronische Mitteilung zum Start des Rekordversuchs in meinem Postfach entdeckte und nur 5 Sekunden später auf die im Text eingebettete Verknüpfung zum Herunterladen der Datei geklickt hatte, war der zuständige Dienstleistungsrechner bei Mozilla Europa schon platt und begrüßte mich mit ‘503 Dienst nicht verfügbar’. So blieb das auch für die nächsten 30 Minuten, aber dann war die passend zur Veröffentlichung der neuen Version umgestaltete Internetseite von Mozilla wieder erreichbar und ich konnte den Feuerfuchs herunterladen und auf meiner Festplatte speichern.

Jetzt probiere ich ihn aus und bin gespannt auf die neuen Funktionen. Ein paar von den von mir genutzten Zusatzprogrammen aus der alten Version 2 sind zwar vorübergehend abgeschaltet, bis die zuständigen Entwickler neue Aktualisierungen zum Betrieb der nützlichen Helfer auch in Version 3 bereitgestellt haben, aber das ist in Ordnung. Die für mich wichtigsten funktionieren noch.

Wer sich jetzt wundert über meine Ausdrucksweise – ich habe bewußt einmal auf sämtliches Netz-Deutsch und Denglisch verzichtet und auch wenn es so etwas ungewohnt klingt oder sich seltsam liest, schlecht finde ich es nicht. Womit auch bewiesen wäre, dass man sehr wohl auch über technische Themen schreiben und sprechen kann nur auf Basis unseres schönen deutschen Wortschatzes. Mein Artikel letztens hat mich aufmerksam gemacht auf diese Misere, die sich immer mehr in unsere alltäglichen Sprachgepflogenheiten einschleicht.

Ich hätte auch das schreiben können:

“Der neue Firefox 3. Ich hab ihn schon. Der Rekordversuch bezieht sich wahrscheinlich nicht auf den Count der gedownloadeten Setups des neuen Browsers, sondern auf den schnellsten Server-Blackout in der Geschichte des Web.

Nachdem ich die Mail zum Start des geschedulten Download-Record-Trials in meinem Thunderbird-Client gelesen und nur 5 Sekunden später auf den im Text geposteten Link zum Download des Release Canditates vom Firefox 3 geklickt hatte, war der Server bei Mozilla schon down und empfing mich mit ‘503 Service is not available’. So blieb das auch für die nächsten 30 Minuten, aber dann war die passend zum Release relaunchte Site von Mozilla wieder online und ich konnte den Firefox downloaden und auf meiner Hard Disc storen.

Jetzt probiere ich ihn aus bin gespannt auf die neuen Features. Ein paar von den von mir genutzten Plug-Ins aus der alten Version sind zwar noch disabled, bis die Developer neue Updates zur Usage im neuen Release provided haben, aber das ist okay. Die für mich wichtigsten funktionieren noch”.

Schrecklich, oder nicht? Ich darf mich allerdings nicht zu heftig aufregen und schimpfen, denn meine Firma und die zugehörige Internetseite hört auf den Namen ‘Coffeebean Webdesign’ und nicht auf ‘Kaffenbohnen Internetseitengestaltung’. Das würde nicht nur seltsam klingen, es wäre auch noch hochgradig von Nachteil für die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen. Und die Seite selber strotzt nur so von englischen Begriffen und Pseudo-Fachwörtern. Ich bin also auch nicht ohne Sünde und sollte daher nicht den ersten Stein werfen. Ich machs trotzdem, aber ich nehme nur einen Kieselstein, versprochen.

Englisch ist die Computersprache und die Basis des Internets. So ist es nun mal und es ist sicherlich nicht möglich oder ansatzweise sinnvoll, diese mittlerweile gebräuchlichen Begriffe der Netzkultur aus dem Wortschatz zu verbannen und sozusagen ‘back to the roots’ ;-) ins Deutsche zu überführen. In vielen anderen Lebensbereichen wäre es sicherlich machbar und es würde einige Sprecher oder Schreiber vor Peinlichkeiten bewahren, die im Überschwang eines Vortrags, eines Artikels oder einer Besprechung (engl. Meeting) nicht besonders sinnvolle Wortkombinationen wie ‘Entertainment-Vergnügen’ oder ‘Nachrichten-News’ in die Welt posaunen.

Es geht auch noch schlimmer. So zum Beispiel unterhält man sich als ordentlicher Online-Spieler über ein gepflegtes Counterstrike-Spiel:

“Jo, ich hab da ganz default reingeburstet, und als er dann weggestraft ist, slide ich so um die corner, voll in die flash, und wurde dann derbe weggebasht, von dem base-idler, der da ge0wnt hat, und ich dann ganz g0su reingestylt. Nach dem nächsten spawn hab ich dann nur geheaddered beim rushen. Dann kam da son Vollb00n und hat mich gevotet. Ich so nächste Runde Speedhack an und den voll weggeknift in die Legs. Hab voll ger()l3rd. Dann habn die die Anti-Cheatprotection angeswitcht und mich gewatcht, für die anderen war das ownage aber ich fand’s carebear.”

Oder diese herrliche Radio PSR – Verarsche an der Hotline .

Deutsch ist nun wirklich keine so furchtbare Sprache, dass man auf Teufel komm raus alles durch Anglizismen oder importiertes Technik-Chinesisch ersetzen muss. Wenn es solche Blüten treibt wie hier oder in der Leseprobe aus dem Alltag , dann ist es einfach nur wunderlich und zum Schmunzeln. Andere Nationen achten penibel darauf, dass ihre Muttersprache gehegt und gepflegt wird und wir verhalten uns teilweise so, als würden wir sie am liebsten komplett loswerden. Aber die Meinungen gehen da weit auseinander.

Meine Meinung soll auch nicht falsch verstanden werden und mich in eine politische Ecke stellen, in die ich definitiv nicht gestellt werden möchte, aber es ist trotz allem eine bedenkliche Entwicklung. Ich mag die deutsche Sprache wirklich gern und ich bekenne mich auch ohne Skrupel als regelmäßiger Leser der Zwiebelfisch-Kolumnen von Bastian Sick. Diese Lektüre kann ich übrigens nur jedem wärmstens ans Herz legen, der die deutsche Sprache ebenso schätzt und so wie ich täglich feststellt, dass man viele Dinge im korrekten Umgang mit Grammatik und Rechtschreibung schon verlernt hat durch den täglichen Einfluß der multimedialen und technikgeprägten Sprache unserer Zeit.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, den 17. Juni 2008 um 21:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blogging, Internet abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesem Artikel durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

 




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