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Seit 1987 ist der 31.5. der von der WHO (World Health Organization) ins Leben gerufene Weltnichtrauchertag. Bisher war das für mich kein großes Thema. Ich hab ja schließlich geraucht. Gern und viel. Viel zu viel, das ist mir vor einigen Wochen eindrucksvoll vor Augen geführt worden, als bei einem Routinecheck beim Arzt wegen häufigen Kopfschmerzen (ich hatte auf Migräne getippt) ein völlig außer Kontrolle geratener Blutdruck bei mir diagnostiziert wurde. Der 24 Stunden-Check ergab einen durchschnittlichen Blutdruck von 168 zu 121 (im Durchschnitt wohlgemerkt). Und das mit 32 Jahren und trotz sportlichen Aktivitäten. Das hat mich ziemlich geschockt. Zumal ich jetzt seit knapp 3 Wochen ACE-Hemmer schlucken muß, um den Pegel auf Normalniveau zu bekommen und nicht Gefahr zu laufen, einen Schlaganfall oder ähnliches zu erleiden. Das kann es wohl echt nicht sein dachte ich und als ich über meinen Lebenswandel nachgedacht habe, ist mir auch schnell aufgefallen, wo diese Probleme ihre Wurzel haben. Literweise Kaffee und 30 Zigaretten am Tag.
Daher bin ich seit einer Woche rauchfrei. Ich sage nicht, das ich Nichtraucher bin, denn davon bin ich sicher noch ein ganzes Stück entfernt. Ich hatte vor 4 Jahren schon einen Versuch gestartet und war 11 Monate rauchfrei. Aus Blödsinn im Urlaub und auf einigen Parties habe ich wieder ab und zu eine geraucht und eh ich mich versehen hatte, hing ich wieder an der Fluppe. Ich setze mich daher nicht unter Druck im Moment. Wenn man sich etwas verbietet, bekommt man nur noch mehr Lust drauf. Der typische Trenndiäteffekt – man will unbedingt das, was man grad nicht haben darf. Und das führt früher oder später zum Rückfall. Ich baue auf meinen gesunden Menschenverstand, der einem jeden Raucher sagen müsste, dass es völliger Blödsinn ist, sich einen Glimmstengel anzünden zu müssen. Es ist ungesund, teuer und vergleichbar mit der Situation, sich ein Ticket für die Titanic zu kaufen, obwohl man genau weiß, was passieren kann und passieren wird. Denn einer von zwei Rauchern stirbt früher oder später an den Folgen.
Wenn man ehrlich zu sich selber ist, muss man nur an die erste Zigarette, den Hustenreiz und den Geschmack zurückdenken, bevor man sich dazu ‘erzogen’ hat, das Rauchen toll ist und es ‘lecker schmeckt’ und man es braucht, um den Tag zu überstehen. Es sind nur Ritualsituationen und 95% Eigenkonditionierung, die man sich selbst beigebracht hat und ohne die man sich jetzt das Leben nicht vorstellen kann. Aber wie gesagt, man hat sie sich beigebracht. Vorher ging es auch ohne. Ich hatte Panik vor den körperlichen Entzugserscheinungen und dass ich hyper gereizt und unausgeglichen bin und damit eine Gefahr für meine Arbeitskollegen. Aber es ist nicht wirklich schlimm, sonst hätt ich die letzten Tage sicher nicht überstanden oder damals die 11 Monate. Das kommt mir im Moment noch sehr weit weg vor. 11 Monate rauchfrei. Und ich weiß noch, wie gut es mir da ging. Es war eine Art Freiheitsgefühl, weil man nicht mehr diesen Druck hatte: ich muss alle halbe Stunde ein rauchen, sonst geh ich kaputt. Das will ich wiederhaben, dieses Gefühl.
Aber jetzt bin ich erstmal stolz drauf, schon eine Woche geschafft zu haben, auch wenn es phasenweise echt schwer ist, die jahrelang antrainierten Gewohnheiten abzulegen und den Tagesablauf ohne Rauchen zu gestalten. Aber ich habe diesmal einen guten Grund und ein Ziel, was ich damals nicht hatte: meine Gesundheit. Ich will nicht weiter auf Tabletten angewiesen zu sein, um meinen Blutdruck zu regulieren und mit der Angst zu Leben, was passiert, wenn ich sie nicht nehme.
Es wird Zeit für einen grundlegend anderen Lebenswandel. Ein neuer Markus muss her, ein rauchfreier und gesünderer.
Auf in die 2. Woche ohne Rauch. Let´s get it on!!!
Dieser Artikel wurde am Samstag, den 31. Mai 2008 um 18:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter News abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesem Artikel durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
4 Reaktionen zu “Heute ist Welt-Nichtrauchertag”
hey,
dann wünsch ich dir natürlich vollsten erfolg, dass du dein ziel erreichst. denn im grunde hast du ja (natürlich) komplett recht!
Ich hoffe rauchfrei heißt nicht sportfrei mein Freund! Du weißt, dass Du in unserer rauchfreien Männerwelt viel mentale Unterstützung erfahren wirst. Und Kaffee mit Mo und “The Machine” geht auch ohne Kippe!
Hi Sven, mein sportliches Gewissen
nein es heisst natürlich nicht sportfrei, sondern Sport frei !! Du weißt ja, was ich momentan alles um die Ohren habe und ich hab echt keine Zeit für mich..kommt aber alles wieder und ich freue mich auf die mentale Unterstützung der rauchfreien Männerwelt und grüß die liebe Mo und “The Machine” von mir..heut abend sehen wir uns sicher kurz..bis denne
Fast alle Raucher sind RauchenMÜSSER. Sie denken nicht nur bezüglich Rauchen sondern grundsätzlich UNBEWUSST viel zuviel ICH-KANN-NICHT-ICH-MUSS. Als Ich-kann-Schule-Lehrer unterscheide ich den RauchenMÜSSER vom RauchenKÖNNER. Um aufhören zu können, übt man sinnvollerweise erst einmal, in dem ein KÖNNER zu werden, was man aufhören will. KÖNNER wird man durch DENKEN: ICH KANN. Wie das geht, lernt man einfach mit der AUTOSUGGESTION in der hohen Qualität E.Coués. Zu diesem kamen jährlich mehrere zehntausend Hilfesuchende aus aller Welt, um AUTOSUGGESTION zu erleben und zu lernen. Guten Erfolg also!
Franz Josef Neffe